Wie ich mich in das Jetzt verliebte

Schreiben am Laptop - Leben im Hier und Jetzt

Ich habe mich an das neue Leben gewöhnt. Das Arbeiten zuhause wird routinierter. Das außerschulische Lernen bekommt schön langsam Strukturen. Phasen des Aus-der-Haut-Fahrens wechseln mit Phasen noch nie dagewesener Entspannung. Phasen von ungewöhnlicher Gedankentiefe weichen der Erwartungslosigkeit. Die Sehnsucht nach Menschen und Abwechslung, nach mehr Leben im Haus, nach gehaltvollen Gesprächen face to face, nach sorglosen Blödeleien und spontanem Scherzen, nach Situationskomik, die kein digitales Medium herbeizuführen vermag, die nur in der realen Welt erlebt werden kann, steigt. Die Tatsache, wieder ein Buchgeschäft betreten zu dürfen, von Regal zu Regal zu streifen, in unterschiedlichsten Exemplaren zu schmökern, sie in meinen desinfizierten Händen zu halten, ist ein erwartetes Highlight. Ich erdulde nachsichtig das Fernbleiben des köstlichen Geruches, dieser herrlich einzigartigen Duftnote, die nur ein frisch gedrucktes, neu entpacktes Buch zu verströmen vermag, jedoch aufgrund von Nasen-Mundschutz-Maske diesmal nicht wahrgenommen werden kann.

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Befreiung durch Coronavirus?

Schmetterlinge auf der Wiese - Freiheit durch Coronavirus

Du, Mama, sagt sie, eine Lehrerin habe heute in der Schule geweint. Es ist kurz vor dem Einschlafen und eigentlich sollte ich nicht mehr auf ihre hundert Fragen und Bemerkungen eingehen, mit denen sie den Schlaf gern hinauszögert. Aber ich bin plötzlich hellwach. Die Lehrerin mache sich solche Sorgen wegen dem allem, murmelt mein Kind noch, kurz bevor es wegdämmert.

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Wie deine Schwingungen die Welt verändern

Wellen - Wie deine Schwingungen die Welt verändern

Meine Freundin ist erstaunt. Ein Freund hat ihr eine Nachricht geschrieben: „Weil du mir schon so viel geholfen hast, möchte ich jetzt dir helfen.“ Wie meint er das, ich habe doch gar nichts gemacht, beteuert sie verdutzt. Vielleicht halt mal zugehört. Aber sonst?

Ich weiß, dass meine Freundin sehr gut zuhören kann. Sehr gut ermutigen kann, wenn man Ermutigung braucht. Sehr gut ironisch sein und kluge Scherze machen kann, wenn die Situation eine Prise Humor vertragen kann. Sehr gut beruhigen und einen auf den Boden bringen kann, wenn man denkt, man ist mit einem gewissen Problem allein auf der Welt.

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Was ist deine tiefste Sehnsucht?

Was ist deine tiefste Sehnsucht - Rote Tulpe bricht durch den Schnee - Hope and Shine

Zieht es dich zu einem Menschen, bei dem du nicht sein kannst? Vielleicht weil er dir seine Liebe verwehrt, zu weit weg ist oder bereits verstorben ist? Zieht es dich in die Ferne, an einen unbestimmten Ort, an dem du dir vorstellst, viel freier sein zu können als hier oder an einen bestimmten Platz aus Jugend- oder Kindheitstagen? Oder sehnst du dich einfach nach Wärme im Winter und Rückzug, wenn es hektisch ist?

Möglicherweise trägst auch du eine unbewusste Sehnsucht in dir. Im Trubel des Alltags jedoch lassen wir diese selten an die Oberfläche. So liegt sie unbemerkt, verschüttet unter einem Haufen Alltagskram und produziert zuweilen ein nicht zuordenbares, unangenehmes Gefühl in uns. Wir sind traurig und wissen nicht warum, bekümmert oder einfach schlecht gelaunt. In einem Seminar höre ich von einem befreienden Lösungsansatz: Sich seiner tiefsten Sehnsucht zu stellen und im besten Fall mit ihr in Kontakt zu treten, kann ganz vieles in uns heilen.

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Ein neues Gefühl

3 Bäume in der nebeligen Winterlandschaft erzählen über ein neues Gefühl

Es begann schon etwas fragwürdig, dieses Fest. Bereits Tage davor stellte sich eine zweifelhafte Harmonie ein, das Kind kam ungewohnt schnell allen Aufgaben nach, die man ihm übertrug, erschien merkwürdig ausgeglichen und steckte einen an mit seinem ungestümen Herumgehüpfe, mit dem Aufgeregtsein, mit dem Neugierigsein, mit dem Sich-Freuen auf diesen besonderen Tag, der, so denkt man, doch nur für Kinder diesen besonderen Zauber zu haben hat.

Aber, so stellt man plötzlich überrascht fest, er hat die ganzen Jahre hindurch nichts an Magie eingebüßt, man ist selber wieder so aufgeregt wie ein Kind. Vorfreudig nestelt man an den letzten Vorbereitungen herum, um dann gerührt vor diesem Baum zu stehen, der mit demselben Christbaumschmuck wie all die Jahre zuvor behangen wurde, von dem derselbe Duft nach Tannennadeln, Wunderkerzen und Süßigkeiten ausgeht wie immer, es gibt nichts Neues und Ungewöhnliches zu sehen an diesem Baum, die Kontur ist die einzige alljährliche Veränderung an ihm, ansonsten scheint alles wie sonst auch – und trotzdem übermannt einen das Besondere, das Außergewöhnliche dieses Tages, das kein Festtag im Jahr toppen kann, in diesem Moment, in diesen Düften, in dieser Dunkelheit durchbrochen nur durch Kerzenlicht. Und plötzlich weiß man, dieser Tag wird immer seinen Zauber haben, er wird ihn nicht verlieren, keines Jahres wird er einem egal sein, dieser eine Tag im Jahr, der nur wie ein Teil des Tages heißt, dieser heilige Abend.

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Ein bisschen Glitzer

Glitzer mit Weihnachtspaket - Ein bisschen Glitzer trotz Nachhaltigkeit

Was tun, wenn man zwischen der weihnachtlichen Euphorie am Schenken und dem Sparen von Ressourcen hin- und hergerissen ist?

Auch wenn die Weihnachtsstimmung mich gepackt hat, die Freude am Schenken wie jedes Jahr groß ist, bin ich verunsichert. Ich schenke zu viel. Ich schenke jenen, die alles haben sowie genauso ich, die ich nichts wirklich zusätzlich benötige, Geschenke in Empfang nehmen werde.

Ich beschenke mein Kind, das Spielsachen hat im Überfluss. Ich kaufe ein, obwohl ich so gerne Ressourcen sparen und noch viel nachhaltiger sein möchte. Ich verstärke die ungerechte Verteilung in der Welt, ich unterstütze den Klimawandel. Ich bin eine Zumutung für diese ohnehin schon gebeutelte Welt.

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Leise kleine Freuden

Glitzernde Punkte - leise kleine Freuden

In der Schulklasse meiner Tochter ist heuer Engerl-Bengerl-Spiel angesagt. Es geht aber nicht nur darum, sich ein kleines Geschenk für sein Bengerl auszudenken.  Die Spielregel lautet auch, seinem Bengerl über den Advent verteilt kleine Freuden zu machen. Auf eine Art und Weise, die der- bzw. demjenigen jedoch nicht verrät, von wem die Beglückung ausgeht.

Gleich löst diese Botschaft einen Rattenschwanz an Überlegungen in mir aus. Könnte ich das auch? Könnte ich nicht auch leise kleine Freuden verteilen, anstatt mich mit der Suche nach dem besten Weihnachtsgeschenk oder dem sinnvollsten Weihnachtsspruch zu befassen?

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I brauch mei Überdosis Gfüh´l

Durch das Herbstblatt scheint die Sonne - Mei Überdosis Gfüh´l

Was tun, wenn einem plötzlich alles lose und schal erscheint? Wenn man zu sehr an der Oberfläche lebt und doch viel lieber in die Tiefe gehen würde? Wenn man wieder einmal seine Überdosis G´fühl braucht? Ich mache mich auf Wundersuche – und es passieren Wunder. 

Der Alltag ist mir zu alltäglich geworden, durchsät von zu vielen Verpflichtungen, zu hohlen Gesprächen und trivialen Geschehnissen. Es berührt mich, begeistert mich zu wenig, die Tage verstreichen, einer nach dem anderen, belanglos, bedeutungslos fast. Ich funktioniere, rede, lache, aber nicht ganz, nicht von innen her, alles geschieht zu sehr an der Oberfläche. Ich möchte mehr spüren, tiefsinniger reden, ich will, dass mich etwas durchströmt, es soll groß sein, intensiv, ekstatisch. Ich brauche nicht das Alltägliche, das Gewöhnliche, ich brauche mehr, viel mehr Gefühl, eine Überdosis davon, ich brauche sie, meine Überdosis G´fühl.

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Alle deine Gefühle sind wertvolle Schätze

Herbstblatt mit Herz hängt am Baum - Deine Gefühle sind wertvolle Schätze - Hope and shine

In einer Phase des Mitgefühls denke ich über die Gnade des Fühlens nach und bemerke: Unsere Gefühle sind wertvolle Schätze – und zwar alle.

Da begegnet er mir wieder, der Tod. Die Mutter einer Bekannten, sie starb recht plötzlich. Obwohl ich die Verstorbene nie kennenlernen und die Bekanntschaft ihrer Tochter erst vor ein paar Tagen machen durfte, kann ich nicht anders, als ständig an sie zu denken. Wie ergeht es ihr, welche Gefühlsregungen macht sie durch? Ist sie geschockt, verzweifelt, ohnmächtig? Fühlt sie sich allein gelassen, ist sie entsetzt oder einfach nur traurig?

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Eins kann mir keiner nehmen

Boots stapfen im Regen - Die pure Lust am Leben - Hope and Shine

Mitten an einem grauen Regentag überkommt mich auf einer Autofahrt ein großes Glücksgefühl. Warum? Ich weiß es nicht. Es kommt einfach so, aus dem Nichts. Jedoch veranlasst mich dieser Moment, mir folgende Frage zu stellen: Warum sind wir eigentlich nicht öfter einfach grundlos glücklich? Besser noch: Warum nicht immer?

Ich fahre mit dem Auto. Im Radio läuft „Raising my family„. Ich bin nicht schnell unterwegs, nichts treibt mich zur Eile. Es regnet, aber ich komme gut voran. Beim Refrain summe ich mit. Unvermittelt macht mein Herz einen Sprung. So einen, den Herzen machen, wenn etwas Besonderes geschieht. Wenn man zum Beispiel frisch verliebt ist und seinen Herzensmenschen in Kürze treffen wird. Oder man kurz vor einem größeren Urlaub steht, den man vor Ewigkeiten schon geplant hat. Oder man den Schlüssel für die neue Wohnung zum ersten Mal in Händen hält. Fast so, als ob man verstorbene Eltern plötzlich lachend zur Tür hereinkommen sieht, als wäre nichts gewesen. Als hätte man gerade erfahren, dass das eigene Buch veröffentlicht werden würde. So einen Satz macht mein Herz.

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