Der Blumenstock

Der Blumenstock erinnert mich an meine Mama

Zu Silvester schenkte ich meiner Mama diesen Blumenstock. Sie sagten mir im Geschäft, er wäre pflegeleicht und würde viel blühen. Nachdem Mama ihn zu diesem Zeitpunkt nicht mehr selber pflegen konnte, dachte ich, dass er perfekt ist. Er würde sie bestimmt ablenken von Schmerz und Traurigkeit.

Am Tag darauf starb meine Mama. Ich nahm den Blumenstock mit, so wie ich alles, was mich an sie erinnerte, gerne mitgenommen hätte. Den Polster auf dem sie gelegen, den Geruch ihres Kleiderkastens, den gesamten Inhalt.

In ihrer Obhut hätte der Blumenstock getan, was sie mir gesagt hatten und was Mamas Topfpflanzen immer taten. Er hätte viel und oft geblüht. Sie hätte mich bei jedem Besuch darauf hingewiesen und sie hätte niemals vergessen, von wem sie den Stock zu welchem Anlass bekommen hat.

In meiner Obhut tat er, was Topfpflanzen immer bei mir tun: nichts. Die Blüten fielen ab und er grünte vor sich hin. Egal ob ich sie links liegen lasse oder zu Tode gieße, die Dinger blühen bei mir nicht.

Letzte Woche, an Mamas Namenstag und kurz nachdem ich einen Artikel über Synchronizitäten gelesen hatte, bemerkte ich das Wunder: Die Pflanze blühte in voller Pracht.

Es ist genauso, wie ich es gerade gelesen hatte. Wir sind alle miteinander verbunden, immer. Ich weiß es jetzt fix. Danke für dein Zeichen, Mama.

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