Grenzen sprengen durch Hingabe

Experiment Hingabe am See, mit Schwan

Ich war nie eine leidenschaftliche Schwimmerin, war nie zu dem geworden, was man landläufig eine Wasserratte nennt. Vielleicht fehlte es mir am inspirierenden Schwimmunterricht, da gab es nämlich keinen, vielleicht hatte ich aber auch einfach nichts am Hut mit dem Element Wasser. Als ich einst von meiner Energetikerin gefragt wurde, war mir auf Anhieb sonnenklar, dass meine Elemente Wind und Feuer sind, ein gutes Duo, wie sie meinte.

Und dennoch war ich stets fasziniert von Meer- und Seeblicken, von Flüssen und Bächen, nur besuchte ich sie meist nur kurz um Abzukühlen, aber bei Gott nicht, um mich länger dort aufzuhalten. Mir wurde schnell kalt und ich hatte ganz offen gestanden Angst. Ich wollte nie zu weit hinausschwimmen, hatte Wadenkrämpfe im Kopf, die es mir unmöglich machen könnten, an Land zu kommen oder Algen bzw. sonstige Gewächse, an denen ich möglicherweise festhängen und nicht mehr loskommen könnte und im Zuge dessen elendiglich ertrinken müsste.

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Wie ich mich in das Jetzt verliebte

Schreiben am Laptop - Leben im Hier und Jetzt

Ich habe mich an das neue Leben gewöhnt. Das Arbeiten zuhause wird routinierter. Das außerschulische Lernen bekommt schön langsam Strukturen. Phasen des Aus-der-Haut-Fahrens wechseln mit Phasen noch nie dagewesener Entspannung. Phasen von ungewöhnlicher Gedankentiefe weichen der Erwartungslosigkeit. Die Sehnsucht nach Menschen und Abwechslung, nach mehr Leben im Haus, nach gehaltvollen Gesprächen face to face, nach sorglosen Blödeleien und spontanem Scherzen, nach Situationskomik, die kein digitales Medium herbeizuführen vermag, die nur in der realen Welt erlebt werden kann, steigt. Die Tatsache, wieder ein Buchgeschäft betreten zu dürfen, von Regal zu Regal zu streifen, in unterschiedlichsten Exemplaren zu schmökern, sie in meinen desinfizierten Händen zu halten, ist ein erwartetes Highlight. Ich erdulde nachsichtig das Fernbleiben des köstlichen Geruches, dieser herrlich einzigartigen Duftnote, die nur ein frisch gedrucktes, neu entpacktes Buch zu verströmen vermag, jedoch aufgrund von Nasen-Mundschutz-Maske diesmal nicht wahrgenommen werden kann.

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Befreiung durch Coronavirus?

Schmetterlinge auf der Wiese - Freiheit durch Coronavirus

Du, Mama, sagt sie, eine Lehrerin habe heute in der Schule geweint. Es ist kurz vor dem Einschlafen und eigentlich sollte ich nicht mehr auf ihre hundert Fragen und Bemerkungen eingehen, mit denen sie den Schlaf gern hinauszögert. Aber ich bin plötzlich hellwach. Die Lehrerin mache sich solche Sorgen wegen dem allem, murmelt mein Kind noch, kurz bevor es wegdämmert.

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Wie deine Schwingungen die Welt verändern

Wellen - Wie deine Schwingungen die Welt verändern

Meine Freundin ist erstaunt. Ein Freund hat ihr eine Nachricht geschrieben: „Weil du mir schon so viel geholfen hast, möchte ich jetzt dir helfen.“ Wie meint er das, ich habe doch gar nichts gemacht, beteuert sie verdutzt. Vielleicht halt mal zugehört. Aber sonst?

Ich weiß, dass meine Freundin sehr gut zuhören kann. Sehr gut ermutigen kann, wenn man Ermutigung braucht. Sehr gut ironisch sein und kluge Scherze machen kann, wenn die Situation eine Prise Humor vertragen kann. Sehr gut beruhigen und einen auf den Boden bringen kann, wenn man denkt, man ist mit einem gewissen Problem allein auf der Welt.

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Was ist deine tiefste Sehnsucht?

Was ist deine tiefste Sehnsucht - Rote Tulpe bricht durch den Schnee - Hope and Shine

Zieht es dich zu einem Menschen, bei dem du nicht sein kannst? Vielleicht weil er dir seine Liebe verwehrt, zu weit weg ist oder bereits verstorben ist? Zieht es dich in die Ferne, an einen unbestimmten Ort, an dem du dir vorstellst, viel freier sein zu können als hier oder an einen bestimmten Platz aus Jugend- oder Kindheitstagen? Oder sehnst du dich einfach nach Wärme im Winter und Rückzug, wenn es hektisch ist?

Möglicherweise trägst auch du eine unbewusste Sehnsucht in dir. Im Trubel des Alltags jedoch lassen wir diese selten an die Oberfläche. So liegt sie unbemerkt, verschüttet unter einem Haufen Alltagskram und produziert zuweilen ein nicht zuordenbares, unangenehmes Gefühl in uns. Wir sind traurig und wissen nicht warum, bekümmert oder einfach schlecht gelaunt. In einem Seminar höre ich von einem befreienden Lösungsansatz: Sich seiner tiefsten Sehnsucht zu stellen und im besten Fall mit ihr in Kontakt zu treten, kann ganz vieles in uns heilen.

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Ein neues Gefühl

3 Bäume in der nebeligen Winterlandschaft erzählen über ein neues Gefühl

Es begann schon etwas fragwürdig, dieses Fest. Bereits Tage davor stellte sich eine zweifelhafte Harmonie ein, das Kind kam ungewohnt schnell allen Aufgaben nach, die man ihm übertrug, erschien merkwürdig ausgeglichen und steckte einen an mit seinem ungestümen Herumgehüpfe, mit dem Aufgeregtsein, mit dem Neugierigsein, mit dem Sich-Freuen auf diesen besonderen Tag, der, so denkt man, doch nur für Kinder diesen besonderen Zauber zu haben hat.

Aber, so stellt man plötzlich überrascht fest, er hat die ganzen Jahre hindurch nichts an Magie eingebüßt, man ist selber wieder so aufgeregt wie ein Kind. Vorfreudig nestelt man an den letzten Vorbereitungen herum, um dann gerührt vor diesem Baum zu stehen, der mit demselben Christbaumschmuck wie all die Jahre zuvor behangen wurde, von dem derselbe Duft nach Tannennadeln, Wunderkerzen und Süßigkeiten ausgeht wie immer, es gibt nichts Neues und Ungewöhnliches zu sehen an diesem Baum, die Kontur ist die einzige alljährliche Veränderung an ihm, ansonsten scheint alles wie sonst auch – und trotzdem übermannt einen das Besondere, das Außergewöhnliche dieses Tages, das kein Festtag im Jahr toppen kann, in diesem Moment, in diesen Düften, in dieser Dunkelheit durchbrochen nur durch Kerzenlicht. Und plötzlich weiß man, dieser Tag wird immer seinen Zauber haben, er wird ihn nicht verlieren, keines Jahres wird er einem egal sein, dieser eine Tag im Jahr, der nur wie ein Teil des Tages heißt, dieser heilige Abend.

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Ein bisschen Glitzer

Glitzer mit Weihnachtspaket - Ein bisschen Glitzer trotz Nachhaltigkeit

Was tun, wenn man zwischen der weihnachtlichen Euphorie am Schenken und dem Sparen von Ressourcen hin- und hergerissen ist?

Auch wenn die Weihnachtsstimmung mich gepackt hat, die Freude am Schenken wie jedes Jahr groß ist, bin ich verunsichert. Ich schenke zu viel. Ich schenke jenen, die alles haben sowie genauso ich, die ich nichts wirklich zusätzlich benötige, Geschenke in Empfang nehmen werde.

Ich beschenke mein Kind, das Spielsachen hat im Überfluss. Ich kaufe ein, obwohl ich so gerne Ressourcen sparen und noch viel nachhaltiger sein möchte. Ich verstärke die ungerechte Verteilung in der Welt, ich unterstütze den Klimawandel. Ich bin eine Zumutung für diese ohnehin schon gebeutelte Welt.

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Leise kleine Freuden

Glitzernde Punkte - leise kleine Freuden

In der Schulklasse meiner Tochter ist heuer Engerl-Bengerl-Spiel angesagt. Es geht aber nicht nur darum, sich ein kleines Geschenk für sein Bengerl auszudenken.  Die Spielregel lautet auch, seinem Bengerl über den Advent verteilt kleine Freuden zu machen. Auf eine Art und Weise, die der- bzw. demjenigen jedoch nicht verrät, von wem die Beglückung ausgeht.

Gleich löst diese Botschaft einen Rattenschwanz an Überlegungen in mir aus. Könnte ich das auch? Könnte ich nicht auch leise kleine Freuden verteilen, anstatt mich mit der Suche nach dem besten Weihnachtsgeschenk oder dem sinnvollsten Weihnachtsspruch zu befassen?

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Die Liebe ist das Größte

Gesteck in Herzform am Grab - Die Liebe ist das Größte

Es gibt so Tage, da erwischt es mich. Vielleicht liegt es am Nebel, am Sprühregen, am November oder an Allerheiligen an sich. An den Liedern, die von einem bestimmten Radiosender gespielt werden und einem bewusst machen, wie viele Namen von Leuten man schon kennt, die bereits gestorben sind. An dem ein oder anderen nachdenklichen Text, den man dieser Tage gern liest. Am Gesteck, das man aussucht, um es aufs Grab zu legen. An der Grabkerze, für die man sich letztendlich entscheidet, obwohl keiner der aufgedruckten Sprüche gut genug erscheint.

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I brauch mei Überdosis Gfüh´l

Durch das Herbstblatt scheint die Sonne - Mei Überdosis Gfüh´l

Was tun, wenn einem plötzlich alles lose und schal erscheint? Wenn man zu sehr an der Oberfläche lebt und doch viel lieber in die Tiefe gehen würde? Wenn man wieder einmal seine Überdosis G´fühl braucht? Ich mache mich auf Wundersuche – und es passieren Wunder. 

Der Alltag ist mir zu alltäglich geworden, durchsät von zu vielen Verpflichtungen, zu hohlen Gesprächen und trivialen Geschehnissen. Es berührt mich, begeistert mich zu wenig, die Tage verstreichen, einer nach dem anderen, belanglos, bedeutungslos fast. Ich funktioniere, rede, lache, aber nicht ganz, nicht von innen her, alles geschieht zu sehr an der Oberfläche. Ich möchte mehr spüren, tiefsinniger reden, ich will, dass mich etwas durchströmt, es soll groß sein, intensiv, ekstatisch. Ich brauche nicht das Alltägliche, das Gewöhnliche, ich brauche mehr, viel mehr Gefühl, eine Überdosis davon, ich brauche sie, meine Überdosis G´fühl.

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