Befreiung durch Coronavirus?

Schmetterlinge auf der Wiese - Freiheit durch Coronavirus

Du, Mama, sagt sie, eine Lehrerin habe heute in der Schule geweint. Es ist kurz vor dem Einschlafen und eigentlich sollte ich nicht mehr auf ihre hundert Fragen und Bemerkungen eingehen, mit denen sie den Schlaf gern hinauszögert. Aber ich bin plötzlich hellwach. Die Lehrerin mache sich solche Sorgen wegen dem allem, murmelt mein Kind noch, kurz bevor es wegdämmert.

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Wann bin ich frei?

Möwe - Wann bin ich frei? Hope and Shine

Bin ich frei, wenn ich frei habe? Wenn ich das Glück habe, wochenlang ohne Weckerläuten aufwachen zu dürfen und zwar genau dann, wenn die Dosis Schlaf, die ich abbekommen habe, für meinen Organismus reicht? Bin ich frei, wenn ich nach Herzenslust Bücher lesen kann, so wie ich es mir immer gewünscht habe, alle, die auf meiner Liste stehen durchackere, bis mir die Buchstaben vor den Augen verschwimmen? Bin ich frei, wenn ich alle Abende durchwegs im dünnsten Sommerkleid verbringen kann, ohne zu frieren, obwohl es nicht unüblich ist, dass es mich auch im Sommer fröstelt? Bin ich frei, wenn ich nächtens aus einer Laune heraus ein Eis esse, sogar eins mit vielen Kalorien, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, obwohl ich normalerweise selbst an heißen Tagen vorsichtig abwäge, ob dieses Eis nun wirklich unerlässlich ist? Bin ich frei, wenn ich mit meinem Kind Hand in Hand ins Wasser springe, ohne mir die Nase zuzuhalten? Bin ich frei, wenn ich im Lotussitz über die Weite des Meeres blicke so wie in all den Yoga-Videos, die ich mir daheim sehnsüchtig angesehen habe? Bin ich frei, wenn ich mich über die lähmende WLAN-Verbindung freue, anstatt betrübt zu sein, weil das mit dem Handyfasten vielleicht doch noch was wird? Bin ich frei, wenn ich das laute Zikadengeschnatter, das mich nachts oft weckt, liebgewonnen habe?

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